Sonntag, 9. September 2012

Warum sollte Schröpfen in jeder Physiotherapie angewendet werden?

Kurze Antwort auf die Frage im Titel:
Eine sanfte Heilmethode, die hilft und mit der man kaum etwas falsch machen kann.

Grundlage

Schröpfen ist eine alte Technik, die im Westen, wie in China in der Volksmedizin angewandt wurde. In China verwendete man bereits im 2 Jh. Rinderhörner zum Schröpfen. Dabei wird in sogenannten Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen ein Unterdruck erzeugt. Diese Schröpfgläser werden direkt auf die Haut gesetzt, mit der Idee, durch den Unterdruck eine Ab- bzw. Ausleitung von Schadstoffen über die Haut zu erreichen. Der Unterdruck wird üblicherweise dadurch erreicht, dass die Luft im Schröpfkopf erhitzt und sofort auf die Rückenhaut des Patienten gesetzt wird. Das Erhitzen erfolgt durch einen in Äther getauchten Wattebausch, der angezündet wird. Eine andere Methode verwendet zum Erhitzen eine offene Flamme, die kurz in die Glasöffnung gehalten wird. Alternativ kann der Unterdruck durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden.
Man unterscheidet das blutige Schröpfen und das trockene Schröpfen. Beim blutigen Schröpfen wird – ehe das Glas mit Unterdruck aufgesetzt wird – die Haut angeritzt. Damit zieht der Unterdruck das Blut verstärkt durch die Verletzungen heraus. Es handelt sich hierbei um eine Art des Aderlassens.
Demgegenüber steht das trockene Schröpfen bei dem das Schröpfglas auf unversehrte Hautstellen gesetzt wird.

Die theoretische Grundlage war ursprünglich die Humoralpathologie, die Erkrankungen auf ein zu viel an schlechten Säften (humores) im Körperinneren zurückführte. Diese Säfte sollten von den Schröpfköpfen ausgesogen werden. Es ist interessant, dass unabhängig von der europäischen Geschichte auch die Schamanen vieler Naturvölker ähnliche Krankheitstheorien entwickelt haben – sie praktizieren das "Aussaugen" böser Geister und Miasmen bis heute.
Anwendung: Schröpfen am Rücken
Moderne Therapeuten greifen oft zu Erklärungsmodellen mit wissenschaftlichem Anschein. Sie vermuten z.B., dass am Rücken Reflexzonen gereizt werden, die ihrerseits auf innere Organe und Organsysteme einwirken sollen. Sie postulieren auch so genannte Gelosen (muskuläre Verhärtungen), die dann auf bestimmte Erkrankungen hinweisen. Bei der blutigen Variante sollen „Stoffwechselschlacken“ und andere Giftstoffe ausgeschwemmt werden. Außerdem soll durch den Sog auf die Haut eine Weitung der Blutgefäße stattfinden.

Anwendungsgebiete

Schröpfen wird gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, u.a. Verspannungen, Migräne, Mandelentzündungen, Rheuma, Lungenkrankheiten, Bandscheibenprobleme, Hexenschuss, Gelbsucht, Nierenschwäche, Bluthochdruck.

Wirkungsweise

Schröpfen hat eine Reihe von Wirkungen: Während des Schröpfens sammelt sich vermehrt Blut an der behandelten Stelle, es entsteht oft ein lokales Hämatom. Beim blutigen Schröpfen kommt ein Blutverlust hinzu.
Beim Schröpfen erzielt man i.d.R. folgende Effekte:
  • Zunehmende Durchblutung an der Haut, Unterhaut und am Bindegewebe durch den Saugvorgang.
  • Funktionsverbesserung der zur Reflexzonen zugehörigen Organe, Stoffwechselsteigerung und besserer Sauerstoffversorgung
  • Aktivierung des Immunsystems und vegetative Funktionsanregung
  • Allgemeine Energiezufuhr
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Nach der Behandlung spürt der Patient eine länger anhaltende Wärme an den geschröpften Punkten.

Fazit

Das Schröpfen gilt als schmerzlindernd und allgemein durchblutungsfördernd und gehört zu den bekannten Formen der ausleitenden Heilverfahren. Die Schröpftherapie aktiviert das Immunsystem und löst
Verhärtungen im Haut- und Unterhautgewebe.
Ich wende fast täglich das Schröpfbehandlungskonzept bei meinen Patienten an. Ich erringe viele Behandlungserfolge mit dieser Methode. Meine Patienten kaufen sich sogar teilweise kleine Schröpfsets, um die behandlung selbständig weiterführen zu können.

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